Das Kraftfahrt-Bundesamt überwacht derzeit einen umfangreichen Rückruf von Mercedes-Benz wegen möglicher Probleme an der Gelenkwelle. Betroffen sind weltweit rund 201.000 Fahrzeuge, davon knapp 36.900 in Deutschland.
Laut der Rückrufdatenbank des KBA kann ein „erhöhter Verschleiß des Kreuzgelenks der Gelenkwelle“ auftreten. Im schlimmsten Fall droht dadurch ein vollständiger Vortriebsverlust des Fahrzeugs.
Diese Modelle sind betroffen
Der Rückruf betrifft verschiedene Baureihen aus den Produktionsjahren Oktober 2017 bis Dezember 2019, darunter:
Mercedes-Benz GLC
Mercedes-Benz CLS
Mercedes-Benz E-Klasse
Mercedes-Benz S-Klasse
Eingeschlossen sind verschiedene Benzin- und Dieselmotorisierungen der Reihen M176, M276, OM642, OM651 und OM656.
Was die Werkstätten machen
Im Rahmen des Rückrufs wird die Gelenkwelle überprüft und bei Bedarf ersetzt. Das KBA führt den Rückruf unter der Referenznummer 16363R und überwacht die Maßnahme offiziell.
Bislang sind laut Behörde keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Defekt bekannt geworden.
Was betroffene Halter tun sollten
Fahrzeughalter sollten prüfen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. In der Regel informiert Mercedes-Benz Deutschland betroffene Kunden schriftlich. Zudem können Vertragswerkstätten anhand der Fahrgestellnummer Auskunft geben.
Im Fokus: Mercedes-Benz Qualitätsmanagement
In Deutschland liegt Mercedes-Benz bei der Anzahl der einzelnen Rückrufaktionen tatsächlich oft an der Spitze, während andere Hersteller bei der Menge der betroffenen Fahrzeuge häufiger betroffen sind. Im Jahr 2025 verzeichnete Mercedes-Benz laut der ADAC-Rückrufstatistik mit 47 einzelnen Rückrufen die höchste Anzahl in Deutschland, gefolgt von Ford (45) und Opel (39).
Aber: In punkto langfristiger Zuverlässigkeit belegt Mercedes-Benz in Studien zur projizierten Lebenszeit-Rückrufquote Spitzenplätze bei den am wenigsten betroffenen Marken. Experten werten die hohe Anzahl an Rückrufaktionen Aktionen oft als Zeichen für ein strenges Qualitätsmanagement. Fehler werden lieber frühzeitig proaktiv durch einen offiziellen Rückruf behoben, anstatt sie durch "stille Serviceaktionen" zu kaschieren.
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