Mit Christina Schenck übernahm im Oktober 2025 eine neue Marketing-Verantwortliche bei Mercedes‑Benz. Sie will den Marketing-Kurs der Marke grundlegend ändern. Ihr Fokus liegt darauf, die technische Substanz und Ingenieurskunst des Unternehmens stärker zu betonen, statt weiterhin nur eine Lifestyle- und Luxusmarke zu repräsentieren. Christina Schenk richtet das Marketing neu aus und hat dabei, wie sie horizont.net im Interview berichtet, eine Verzahnung mit dem Bereich Investor Relations, den sie bei Mercedes-Benz ebenfalls leitet, im Fokus.
In den letzten Jahren hatte Mercedes seine Kommunikation zunehmend in Richtung Luxus und Lifestyle ausgerichtet. Kooperationen mit Mode‑Labels, Auftritte auf Fashion-Events und Influencer-Kampagnen dominierten die Außendarstellung. Dabei geriet das Auto oft nur als stilvolles Accessoire in den Hintergrund. Während dieser Ansatz für Sichtbarkeit sorgte, wurden Fragen zur technologischen Identität und zum Alleinstellungsmerkmal der Marke immer lauter. In einer Zeit, in der Elektromobilität und Assistenzsysteme zunehmend Kaufkriterien sind, war es unklar, wofür Mercedes technologisch steht.
Schließlich setzt Schenck hier an und plant, die technischen Stärken von Mercedes klarer zu kommunizieren. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Fahrleistungen, Sicherheit, Assistenzsystemen, Ladeinfrastruktur und digitalen Services rund ums Fahrzeug. Ziel ist es, nicht nur Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern echte Vorteile und Innovationsführerschaft verständlich zu vermitteln. Mercedes soll nicht nur als Lifestyle-Projektionsfläche, sondern als zuverlässiger und technologisch führender Mobilitätspartner wahrgenommen werden.
Ein weiteres bemerkenswertes Element ist der erweiterte Verantwortungsbereich von Schenck, der über das Marketing hinausgeht. Sie übernimmt auch Kommunikation, die Digitalisierung der Verkaufsprozesse sowie Investor Relations und Treasury. Dies soll eine engere Verzahnung von Markenführung, Unternehmensstrategie und Kapitalmarktkommunikation ermöglichen. Botschaften sollen künftig konsistenter sein und auf gemeinsame Kernwerte einzahlen.
Ein zentrales Projekt ist die Optimierung der digitalen Customer Journey. Vom ersten Kontakt über den Konfigurator bis zum Kauf sollen die digitalen Touchpoints optimiert werden, um eine reibungslosere und messbarere Erfahrung zu bieten. Marketing wird dabei nicht nur an Imagekennzahlen gemessen, sondern stärker an vertriebsnahen Kennzahlen, die die Wirkung auf Bekanntheit, Präferenz und Kaufentscheidungen belegen.
Auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern wird auf den Prüfstand gestellt. Das globale Agenturmodell „Team X“ aus dem Omnicom-Verbund soll nicht nur Reichweite erzeugen, sondern auch zur strategischen Markenentwicklung und zum Geschäftserfolg beitragen. Influencer-Marketing und große Inszenierungen bleiben ein Teil der Strategie, jedoch mit klarerem inhaltlichen Fokus: Kampagnen sollen die Werte von Qualität, Sicherheit und Innovation stärken.
Es gibt kritische Stimmen, die befürchten, dass die starke Ausrichtung auf Finanzen und Effizienz die kreative Freiheit einschränken könnte. Doch Befürworter des neuen Kurses sehen hierin eine Chance: Wenn es gelingt, Kreativität mit technischer Tiefe und wirtschaftlicher Klarheit zu verbinden, könnte Mercedes im internationalen Wettbewerb ein klares, differenziertes Profil entwickeln und sich von technologiegetriebenen Anbietern abheben.
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